Predigt vom 24.04.2011 (Ostersonntag), Matthäus 28, 1-10

24.04.11, 12:09:54 by BEGH

Dr. Wolfgang Nestvogel

Hoffnung braucht Gründe
1. Absichtslose Zeugen
2. Abwesender Leichnam
3. Anfassbarer Jesus

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  1. N.Abel sagt:

    Die Bibel berichtet über Übernatürliches als JESUS am Kreuz hing. Eine große Finsternis von 12 bis 15 Uhr (Mt 27,45: die 6.-9. Stunde). Gräber öffneten sich [vor der Auferstehung!] und Gläubige kamen heraus (Mt.27,5: Zeitgenossen). Es gab ein großes Erdbeben (Mt 27,54). Der große Vorhang zerriß im Tempel zerriß (Mk 15,38). Vierzig Jahre später wurde der Tempel zerstört.
    Außerdem berichtet Josephus Flavius über zwei außergewöhnliche Ereignisse: Im Tempel mußte die Menorah, der siebenarmige Leuchter, ständig brennen. Davon war die mittlere Lampe die Wichtigste, die seit dem Jahr ohne erkennbaren Grund immer wieder erlosch (Josephus). Der Tempel hatte zwei schwere Türen, die nur mit mehreren Männern zu öffnen waren. Aber im Jahr 30 gingen beide Türen auf, ohne das jemand sie berührt hatte (Josephus).

    Mit einem Vers, der noch zu wenig Aufmerksamkeit bekam, beginnt Matthäus 28 über die Auferstehung: "Aber spät am Schabbat, in der Dämmerung des ersten Wochentages". Mit Gen 1,5 läßt sich der Zeitpunkt genauer bestimmen: "Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: Tag eins". Nach biblischer Zeitrechnung beginnt der Tag mit dem Dunkelwerden, mit der Dämmerung. Sobald die ersten Sterne am Himmel zu sehen sind beginnt ein neuer Tag. Demnach waren die drei Frauen schon am Sonnabend zum Grab unterwegs, aber so spät, daß sie das Schabbatgebot (Ex 31,16) nicht brachen.

    Von der Bibel her und dem jüd. Kalender kann man Folgendes sagen:
    > Im Jahr 30 war der Rüsttag am Dienstag, den 4.April (13.Nissan 3790), an dem JESUS in die Stadt Jerusalem einzog (Joh 19,14), an der Chametz (Sauerteig) aus den Häusern gefegt wurde (1.Kor 5,7), an dem JESUS die Seder (das Abendmahl) feierte.
    > Am Mittwochabend, den 5.April begann das Passahfest. Draußen vor der Stadt durchlitt der Messias am Kreuz alle Qualen des Todes und in den Häusern schlachteten die Hebräer das Passahlamm.
    > Am Donnerstag lag JESUS schon im Grab und die Omerzählung begann. Derjenige, der am Vortag eines Stückes ungesäuerten Brotes gefunden hatte, sollte 50 Tage später einen Preis erhalten. So zählte der Finder 1.Omer, 2.Omer,... Auch der Messias versprach etwas, jedem Jünger, Seinen Geist (Joh 14,18).
    > Am Freitagabend begann für JESUS der dritte Tag im Grab. Und der Schabbat. Nach 24 Stunden hatte ER das Grab verlassen.

    Was ist aber nun mit der bekannten Datierung der Auferstehung? Sie ist doch eigentlich so (un)wichtig wie das Fest der Menschwerdung GOTTes!

  2. Ali sagt:

    Sollte nicht eigentlich der zweite Teil der Karfreitagspredigt folgen?

  3. Ali sagt:

    ???

  4. N.Abel sagt:

    Im Internet wurde die Frage gestellt: "Dürfen auch Christen "die Hand der Fatima" tragen?" Darauf ist eine Antwort eigentlich überflüssig.

    Doch was ich las brachte mich ins Nachdenken:
    "Wieso nicht. Es feiert der Christ ja auch allerlei heidnische Feste, wie das Fruchtbarkeitsfest zu Ehren der Göttin Astera, nur dass er es jetzt Ostern nennt und mit dem Welterlösungsspektakel der Passion Christi verbindet...".

    Mindestens werden heidnische Begriffe den biblischen meistens bevorzugt und wer stattdessen von "Passah" redet wird mit Unverständnis angesehen.

  5. Administrator / HeinrichN sagt:

    Liebe Kommentatoren,
    Kommentare bitte per Mail an die BEGH oder W. Nestvogel persönlich.
    Der Podcast soll keine Diskussionsplattform werden.

    Dennoch zu den gestellten Fragen:
    a. Es hat in der Auslegungsgeschichte immer wieder unterschiedliche Lösungsvorschläge dafür gegeben, wie man die Chronologie der Passionswoche exakt terminieren könnte. Dabei kommen die Exegeten jedoch über Spekulationen nicht hinaus, da auch der Bezug auf außerbiblische Quellen auf Rückschlüsse und einige unbeweisbare Annahmen angewiesen bleibt. Letztlich hat sich doch die klassische Datierung der Abfolge von ?Gründonnerstag? bis zum Ostersonntag immer wieder durchgesetzt. Eine überzeugende Zusammenschau der verschiedenen Auferstehungsberichte, welche die Detailinformationen schlüssig aufeinander bezieht, bietet der Neutestamentler John Wenham in seinem Buch ?Das Rätsel Ostern? (Originaltitel: ?The Easter Enigma?).



    b. Die letzten beiden Kreuzesworte Jesu wurden im Anfangsteil der Osterpredigt ausgelegt und bilden die Brücke vom Karfreitag zu den Auferstehungsberichten. Es war nicht geplant, am Ostersonntag auf einen klassischen Auferstehungsbericht zu verzichten (diesmal: Matthäus 28,1-10).

    c) Ob ein Christ die Hand der Fatima tragen sollte? Ein kurzer Blick auf Wikipedia klärtworum es sich handelt:
    "Die Hand der Fatima, auch Hamsa, Khamsa, arabisch ????? ?, DMG ?amza, ?fünf?, ist ein kulturelles Zeichen im islamischen Volksglauben Nordafrikas und des Nahen Ostens. Es gilt als universell schützend und als wirksamste Abwehrmaßnahme im Kampf gegen die Dschinn und den Bösen Blick."

    Offensichtlich ist das für einen Christen weder notwendig noch tragbar.

    Auch ist darauf hinzuweisen, dass das christliche Osterfest _nichts_ mit einem Fruchtbarkeitfest der Aschera zu tun hat. Wer sich neben der reinen Terminlage im Jahreszyklus mit dem Inhalt des Osterfestes auseinandersetzt wird dies ohne Schwierigkeiten erkennen. Der Podcast bietet Gelegenheit dazu.

    Weitere Rückfragen bitte per Mail.


    mfg
    Admin